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Herzlich Willkommen!

Der Dachs: Unsere Autorinnen erzählen

Mehr über das heimlich lebende Wildtier erfahren!

Na, haben Sie auch schon einmal eine Live-Bekanntschaft mit einem Dachs oder vielleicht gleich mehreren Dachsen gemacht?

Wer ihm begegnet, kann sich glücklich schätzen. Trotz seinen Verbergungskünsten ist er eigentlich weitverbreitet und lebt sogar mitten unter uns im Siedlungsraum!

Das reich bebilderte Buch «Der Dachs» stellt die Biologie und Ökologie des Dachses vor und gibt Einblicke in sein nächtliches Treiben. Die vier Autorinnen beleuchten außerdem die Beziehung zwischen Mensch und Dachs und geben Anregungen und Tipps für eine konfliktfreies Miteinander.

Für unser Interview haben sie uns einige Fragen beantwortet! Die Antworten verraten uns bereits jetzt einige interessante Details über das Wildtier, dessen Lebensweise und auch über das Buch.


Woher kommt Ihre Faszination für den Dachs? Und wie kam es dazu, dieser Tierart ein eigenes Buch zu widmen?

Wir sind Wildtierbiologinnen und arbeiten unter anderem im Bereich der Stadtökologie. Uns faszinieren besonders Wildtiere, die in Koexistenz mit den Menschen leben. 

Der Dachs ist ein soziales Wildtier mit einer spannenden Biologie, das immer mehr auch im Siedlungsraum vorkommt. Mit diesem Buch verfolgten wir das Ziel, Verständnis für den Dachs zu wecken und so zu einem guten Miteinander von Mensch und Dachs beizutragen.

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Foto: Mit etwas Glück erhält man mithilfe von Wildtierkameras tolle Schnappschüsse der Dachse im eigenen Garten. © Saskia Jenny, stadtwildtiere.ch
Geiger, Madeleine; Kistler, Claudia; Rauchenstein, Katja; Taucher, Anouk-Lisa
Der Dachs Buch

CHF 30.00 CHF 25.50*

Welche Aufgaben übernimmt der Dachs in unserem Ökosystem? 

Dachse schaffen mit ihren weit verzweigten Bauen ein eigenes Ökosystem. Zum einen bietet der Dachsbau einer Vielzahl anderer Wildtiere einen Lebensraum. Zum anderen verändern sich durch das stete Graben die Topographie und die Bodenbedingungen rund um den Bau. Dadurch können insbesondere Pflanzen, die offenen Bodenstellen oder Licht brauchen, gedeihen. Das trägt alles dazu bei, dass die Artenvielfalt im Bereich eines Dachsbaus zunimmt. Darüber hinaus helfen Dachse bei der Verbreitung von Pflanzensamen.

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Foto: Teiche und Gewässer sind besonders im Sommer gute Standorte für eine Wildtierkamera, da sie von vielen Tieren als Trinkgelegenheit genutzt werden. © Philipp Romanin, stadtwildtiere.ch

Wie steht es um sein Ansehen in unserer Gesellschaft?

Da Dachse recht heimlich leben, sind sie in unserer Gesellschaft wenig bekannt, und viele sind überrascht, wenn sie nachts einmal einem Dachs begegnen. Im Garten ist er allerdings nicht bei allen gern gesehen. Denn Dachse graben auf der Suche nach Regenwürmern und Engerlingen Löcher in den Rasen. Auch wenn sie den Bau im Garten anlegen, kann dies zu Konflikten führen.

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Foto: Auf der Suche nach Nahrung kann der Dachs ungefähr Faustgroße Löcher in den Rasen graben. © Eddie Pattiselanno, stadtwildtiere.ch

Können Sie uns etwas über die auffällige, schwarz-weiße Gesichtsmaske der Dachse erzählen? 

Bei Jungdachsen ist die schwarz-weisse Gesichtsmaske bereits eine Woche nach der Geburt sichtbar und gehört zu den auffälligsten Erkennungsmerkmalen des europäischen Dachses. 

Die Funktion der Gesichtsmaske ist nicht ganz klar. Es gibt jedoch verschiedene Vermutungen: Es könnte sein, dass die Maske als Warnsignal zur Abschreckung vor Feinden dient und die Wehrhaftigkeit des Dachses anzeigt. Möglicherweise erkennen sich die Dachse auch gegenseitig an der individuellen Maske oder sie hilft bei der Tarnung im Wald.

Auf welche Spuren dieser heimlichen Nachbarn kann ich als Lai:in im Siedlungsraum oder ausserhalb stoßen?

Vielleicht findet man Grabspuren in Grünflächen, wo Dachse nach Regenwürmern gesucht haben, Eingänge in einen Dachsbau oder eine Latrine, das ist eine Ansammlung von Gruben, wo die Dachse Kot und Urin absetzen. Im Schnee oder Schlamm kann man auch die charakteristischen Pfotenabdrücke der Dachse finden: Fünf Zehenabdrücke mit langen Krallen, in einer Linie angeordnet. Am besten kann man Dachse mit einer Wildtierkamera beobachten.

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Foto: Spuren von Dachsen sind anand der fünf Zehen in einer Linie und der deutlich sichtbaren, langen Krallen meist gut zu bestimmen. © Wikicommons, Ivan Medenica

Wo und wie kann ich am ehesten auf einen Dachs treffen und wie sollte ich mich in so einer Situation am besten verhalten?

Wenn man in der Nacht unterwegs ist, kann man mit etwas Glück auf einen Dachs zu treffen. Am besten verhält man sich in solch einer Situation ruhig, hält Abstand zum Tier und geniesst die Beobachtung.

Kann ich meine Beobachtungen (von Dachsen oder ihren Spuren) irgendwo melden?

Wenn Sie das Glück hatten, einen Dachs beobachten zu können, können Sie Ihre Beobachtung auf wildenachbarn.ch oder stadtwildtiere.ch melden. Solche Beobachtungsmeldungen von Dachsen und anderen Wildtieren helfen den Forscher:innen, mehr über das Leben unserer heimlichen wilden Nachbarn herauszufinden. Dies wiederum kann helfen, ein gutes Miteinander von Menschen und Wildtieren zu fördern und gefährdete Arten zu schützen und zu fördern.

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Foto: Hatten Sie auch schon einmal das Glück, auf einen Dachs zu stossen? © Monica Max West, Pixabay

Welche Botschaft(en) möchten Sie mit dem Buch vermitteln?

Wir möchten der Bevölkerung den Dachs näherbringen und zeigen, was für ein faszinierendes Wildtier er ist. Wenn man eine Tierart mit ihren Eigenheiten und Bedürfnissen besser kennt, dann trägt dies auch zu einem guten Zusammenleben zwischen Menschen und diesen Wildtieren bei. Denn die Dachse finden auch im Siedlungsraum gute Lebensbedingungen vor und sie leben immer häufiger in unserer Nachbarschaft.

Was war das faszinierendste Erlebnis, dass Sie in Verbindung mit einem oder mehreren Dachsen erlebt haben?

Alle vier Autorinnen hatten bereits tolle, eindrückliche Begegnungen mit Dachsen, die ihre Faszination für diese Tierart noch weiter verstärkten. Eine besondere Überraschung war, als ein Dachs mitten am Tag bei unserem Büro in Zürich auftauchte. Vermutlich war er durch irgendetwas aufgeschreckt worden. Er hatte sich aber sehr schnell wieder aus dem Staub gemacht.

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Foto: Dachse sind heute immer häufiger in Städten anzutreffen. © Sven Ebert, stadtwildtiere.ch

Madeleine Geiger hat an der Universität Zürich in Evolutionsbiologie promoviert. Sie arbeitet seit 2022 als leitende Kuratorin am Naturmuseum St.Gallen und seit 2016 bei der Forschungsgemeinschaft SWILD, einer unabhängigen Forschungs- und Beratungsgemeinschaft in den Bereichen Stadtökologie, Wildtierforschung und Kommunikation. Der Schwerpunkt ihrer Forschung beinhaltet verschiedene Stufen des Zusammenlebens von Mensch und Tier bis hin zur Domestikation und deren Auswirkungen auf Anatomie, Evolution und Ökologie.

Claudia Kistler hat an der Universität Zürich in Verhaltensbiologie promoviert. Sie arbeitet seit 2002 bei SWILD und leitet den Bereich Tierschutz mit Schwerpunkt artgerechte Tierhaltung von Wild-, Heim- und Labortieren. Zudem ist sie Gründerin und Leiterin der Fachstelle Fischwissen, die sich für mehr Tierschutz bei Fischen einsetzt.

Katja Rauchenstein studierte Biologie und Umweltwissenschaften an der Universität Zürich. Seit 2018 ist sie als Wildtierbiologin bei der Forschungsgemeinschaft SWILD und den Projekten StadtWildTiere und Wilde Nachbarn tätig. Als Projektleiterin beschäftigt sie sich mit der Vernetzung und Aufwertung von Lebensräumen für Wildtiere im Siedlungsraum.

Anouk-Lisa Taucher studierte Biologie an der Universität Zürich und arbeitet aktuell an ihrer Doktorarbeit an der ETH/WSL. Gleichzeitig arbeitet sie seit 2014 als Wildtierbiologin bei der Forschungsgemeinschaft SWILD und in den Projekten StadtWildTiere und Wilde Nachbarn. Als Projektleiterin ist sie massgeblich in unterschiedliche Projekte zur Erforschung von städtischen Wildtieren in verschiedenen Regionen involviert.

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