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Herzlich Willkommen!

Nach der Tomatensaison ist vor der Tomatensaison!

Das besondere Tomatenbuch – mit über 100 der schönsten und schmackhaftesten Sorten

Ob rund oder lang, klein oder gross, grün, gelb, lila, rot oder schwarz: Tomaten sind überaus vielfältig, gesund und machen auch noch glücklich – und das sogar nachweislich. In dem reich bebilderten Buch «Tomatenglück» zeigt Tomatenpionierin Ute Studer wie der Anbau gesunder und robuster Pflanzen auch in Zeiten des Klimawandels gelingt.

 

Ute Studer geht gleich zu Beginn darauf ein, wo die beliebten Nachtschattengewächse ursprünglich herkommen, unter welchen Bedingungen sie als Wildpflanzen wachsen und was sie für ihr Gedeihen in unseren klimatischen Verhältnissen brauchen. Dabei geht es auch um die richtige Sortenwahl: Welche Sorten eignen sich dank Sortenechtheit und Resistenzkraft für den naturnahen Anbau im Garten? Ein ganzes Kapitel widmet sich der Anzucht, dem Anbau, der Pflege und der Ernte. Die Autorin erklärt, wie Tomaten im Boden oder im Topf kräftige Wurzeln ausbilden, worauf es beim Pflanzenkauf ankommt und wie, wann und wo Tomaten ausgepflanzt werden. Sie zeigt, was die Pflanzen an Dünger, Schutz, Unterstützung und Pflege brauchen – und wie sie durch die Partnerschaft mit Begleitpflanzen, Insekten und Mykorrhiza-Pilzen auch mit wenig Dünger und wenig Giessen hervorragend gedeihen können. 

Wir stellen in diesem Beitrag ein paar besonders geeignete Nachbarn für die Tomate vor uns stellen anschließend einen bunten Strauß von fünf Sorten vor, deren Namen zumindest uns zum Schmunzeln gebracht haben. 

Studer, Ute; Studer, Martin (Fotografien)
Tomatenglück Buch

CHF 40.00 CHF 34.00*

Gute Partner für Tomaten

Wie fast alle Gewächse fühlen sich auch Tomaten am wohlsten, wenn sie in einem vielfältigen Garten wachsen und viele Nachbarn haben, die mit ihnen das Beet teilen oder den Beetrand beleben. Die meisten Tomaten sind recht hoch wachsende Pflanzen, die gerne von oben auf ihre Nachbarn herabblicken; zudem benötigen sie sowohl ober- als auch unterirdisch genügend Platz. Im Freiland ist die Kombination mit anderen Pflanzen relativ einfach. Haben Tomaten hingegen einen Regenschutz und gießt man sie nicht, so gibt es nur wenige Pflanzen, die mit den trockenen Lebensbedingungen unter Dach zurechtkommen. In diesem Fall empfiehlt es sich, geeignete Partnerpflanzen am Rand des Regendachs zu platzieren. Auch als Vor- oder Nachkultur in dachfreien Zeiten haben sich einige Gewächse gut bewährt.

Gemüse-Partner

Neben den Tomaten leben Buschbohnen in guter Partnerschaft. Da Bohnen eher genügsam sind, lassen sie den meisten Dünger den Tomaten. Außerdem schützt der Duft der Tomaten die Bohnen vor der Schwarzen Bohnenlaus. Auch Salat neben den Tomaten braucht weder viele Nährstoffe noch viel Platz und wächst auch noch im Halbschatten, wenn die Tomaten ausladend werden. Knoblauch und Zwiebeln beanspruchen ebenfalls wenig Platz und Nährstoffe und ihre Duftstoffe halten Schadinsekten wie Gemüseeule oder Weiße Fliege ab. Gute Partner sind auch Möhren. Werden sie in einigem Abstand zu den Tomaten gesät, lockern sie mit ihren Pfahlwurzeln den Boden und verwirren mit ihren Ausdünstungen Gemüseeulen und Weiße Fliegen. Umgekehrt werden sie durch die Tomaten vor der Möhrenfliege geschützt. Als Vorkultur für Tomaten eignen sich Puffbohnen, die mit ihren Knöllchenbakterien Stickstoff in den Boden bringen, von dem auch die Tomaten später profitieren. Feldsalat und Rucola sind sowohl gute Vor- als auch gute Nachkulturpartner. Feldsalat und Winterportulak eignen sich zudem sehr gut als Gründüngung, um den Boden des Tomatenbeets nach der Ernte im Herbst zu bedecken, um so unsere Bodenlebewesen, besonders die Mykorrhiza-Pilze, auch im Winter am Leben zu halten. Sehr gute Gründünger sind auch Buchweizen und Puffbohnen (mehr dazu auf S. 67 und S. 68 im Buch).

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Salate sind als Vor-, Zwischen- und Nachkultur von Tomaten geeignet.

 

Kräuter-Partner

Besonders gut eignen sich Wildkräuter als Tomatenbegleiter. Purpur-Taubnessel, Echte Kamille, Klatschmohn, Weißklee, Persischer Ehrenpreis und Spitzwegerich sind in wenigen Exemplaren wichtige Partner, da sie in der Lage sind, durch ihre Wurzelausscheidungen Mykorrhiza-Pilze anzuziehen. Auch duftende Kräuter sind den Tomaten wohlgesinnt: Basilikum passt nicht nur gut in den Tomatensalat, sondern schützt die Tomaten auch vor der Weißen Fliege. Dabei kann es sehr dekorativ sein, wenn neben dem großblättrigen ‘Genoveser Basilikum’ auch kleinblättrige, aromatische Sorten oder dunkelrotblättrige Sorten wie ‘Black Opal’ oder sogar das wunderschön blühende, ausdauernde Strauchbasilikum ‘African Blue’ angebaut werden. Angeblich fördert der Duft von Petersilie den Geschmack der Tomaten, zudem hält er Blattläuse fern. Da Tomaten vor allem von Hummeln bestäubt werden, ist auch eine Randbepflanzung mit Borretsch förderlich, denn Borretsch ist eine ihrer Lieblings-Pollen- und -Nektarquelle.

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Verschiedene Strauch-Basilikum-Sorten sind gute Tomaten-Nachbarn.

 

Blüten-Partner

Auch Tagetes und Ringelblumen passen gut als Partner. Sie locken mit ihren hübschen Blüten Hummeln und andere Insekten an. Außerdem töten die Wurzelausscheidungen beider Pflanzen Nematoden (kleine Fadenwürmer, die sich über Wurzeln hermachen) ab. Als Unterpflanzung neben den Tomatenstöcken hat es mir besonders die kleinblütige Gewürztagetes angetan. Sie bildet hübsche runde Büsche mit kleinen gelben oder orangefarbigen Blüten, die angenehmer riechen als die normalen Studentenblumen. Außerdem hat sie den Vorteil, dass sie von Schnecken gemieden wird und mit ihrem Geruch die Tomaten vor den Schleimern beschützt. Auch Ringelblumen halten Schnecken vom Beet fern. Kapuzinerkresse, ob rankend oder buschig, bereichert das Tomatenbeet mit gelben, orangefarbigen oder roten Blüten. Sie zieht Hummeln an, schützt vor Blattläusen und weißen Fliegen, bedeckt den Boden und verhindert das Austrocknen.

Eine der Pflanzen, die sich bei mir jedes Jahr unter das Tomatendach schmuggeln, ist das Argentinische Eisenkraut (Verbena bonariensis). Sie ist im Jugendstadium eher unscheinbar mit relativ kleinen, graugrünen, lanzettlichen Blättern, die bei Überwinterung abfallen. Oft bemerkt man die bescheidenen Pflanzen erst, wenn sich ihre grazilen, sattvioletten Blütenschirmchen an den langen, fast blattlosen Stielen öffnen. Die Trockenheit unter dem Dach scheint ihnen nichts auszumachen, sie kommen durch ihre tief reichenden Wurzeln sehr gut aus mit dem wenigen Regen, der ab und zu unter das schmale Tomatendach geweht wird. Und sie sind enorm anziehend für viele Insektengruppen wie Honig- und Wildbienen. Neben den für die Tomatenbestäubung so wichtigen Hummeln sind es viele Tag- und Nachtfalter, die die nektarreichen Blüten besuchen. Auch das eher seltene Taubenschwänzchen ist ein häufiger Gast. Zudem passt das intensive Violett der Verbenen wunderbar zum Rot und Gelb der großen Ochsenherztomaten.

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Das Argentinische Eisenkraut ist ein wunderbarer Insektenmagnet – hier mit Taubenschwänzchen. Es ist auch ein Mykorrhiza- Förderer.

 

Sorten-Inspiration gefällig?

Lange Zeit waren Tomaten erst mal rot und rund, und wenn sie aus dem Supermarkt kamen, schmeckten sie fad und wässrig. Unterdessen haben Züchterinnen und Züchter jedoch eine bemerkenswerte Vielfalt an Sorten entwickelt, die alle nur darauf warten, entdeckt zu werden. Im Buch stellt Ute Studer über 100 Sorten vor, die sich bewährt haben. Fünf davon haben wir hier für Sie herausgepickt:

Grinch

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Form und Geschmack: kleine, birnenförmige Früchte, saftig, fruchtig, süß, sehr aromatisch
Farbe: grün
Habitus: 1,6 m, ertragreich, robust
Reifezeit: mittel
Gewicht: bis 20 g

Helsing Junction Blues

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Form und Geschmack: mittelgroße, runde Früchte, würzig-süß
Farbe: Anthocyan-Tomate, rot mit schwarzblauen Schultern
Habitus: 2 m, extrem zarter Wuchs
Reifezeit: mittel
Gewicht: 20 g

Banana Cream

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Form und Geschmack: länglich ovale, mittelgroße Früchte, mild-süß, säurearm
Farbe: hellgelb
Habitus: 1,5 m, ertragreich, robust
Reifezeit: früh
Gewicht: 80- 100 g

Gargamel

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Form und Geschmack: hochrunde bis herzförmige Früchte, fruchtig süß-würzig
Farbe: violett-orange-rot geflammt, schwarze Schulter
Habitus: 1,6 m, ertragreich, robust
Reifezeit: mittel
Gewicht: bis 120 g

42 Days

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Form und Geschmack: mittelgroße, runde Früchte, würzig, leicht säuerlich
Farbe: rot
Habitus: 0,8 m, ertragreich, nicht ausgeizen
Reifezeit: extrem früh
Gewicht: bis 40 g

 

Alle Fotos: Martin Studer

Ute Studer ist im Bergischen Land bei Wuppertal in einem großen Garten aufgewachsen. Nach mehreren Jahren in Südamerika lebt die Soziologin und Journalistin in der Schweiz, wo sie zusammen mit ihrem Mann mitten in der Stadt Zürich einen Familiengarten betreibt. Sie schreibt Fachartikel und Kolumnen über Gartenthemen und hat mit ihrem Büchern schon drei Mal den "Deutschen Gartenbuchpreis" gewonnen. Die Lust auf gesunde, schmackhafte Tomaten und die Erforschung geeigneter Anbaumethoden sowie neuer Tomatensorten zieht sich durch ihre Gartenkarriere. Besonderen Wert legt sie auf den Erhalt der Vielfalt und die Vermehrung alter Sorten. Damit will sie einen Beitrag zu Unabhängigkeit, Vielfalt und Vernetzung in der Tomaten-Community leisten. Ihr privates Tomatenarchiv umfasst über 1000 Sorten.

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